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Heizungsvarianten

Welche Heizung passt zu Ihrem Gebäude?

Wärmepumpe, Fernwärme, Pellets, Hybrid, Gas oder Öl – bei der Heizungswahl zählt vor allem, was sich über die Jahre rechnet. Ein Überblick über die Varianten, worauf es ankommt und wie man die richtige für das eigene Gebäude findet.

Keine sofortige 65-%-Pflicht mehr – entscheiden Sie mit dem Rechenstift.

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, 2026) entfällt die unmittelbare Pflicht zu 65 % erneuerbarer Energie; an ihre Stelle tritt ein stufenweiser Anstieg – die „Bio-Treppe" – bis 2040. Die Wahl ist damit technologieoffen, aber nicht beliebig: Steigende CO₂-Preise und Erneuerbaren-Anteile machen fossile Wärme über die Jahre teuer. Die richtige Frage lautet deshalb nicht „Was muss ich?", sondern „Was rechnet sich für mein Gebäude über 15 bis 20 Jahre?"

Die wichtigsten Varianten

Was infrage kommt.

Standard im Bestand

Luft-Wärmepumpe

Die häufigste Wahl bei der Sanierung. Braucht passende Heizflächen und eine niedrige Vorlauftemperatur – oft genügt dafür ein hydraulischer Abgleich – sowie einen gut geplanten, schallarmen Aufstellort.

Höchste Effizienz

Erd-/Grundwasser-Wärmepumpe

Sehr effizient und leise, benötigt aber eine Erdbohrung oder Kollektorfläche – Aufwand, Platz und Genehmigung sind im Einzelfall zu prüfen.

Wo verfügbar

Fernwärme

Wo ein Netz anliegt, oft die einfachste Lösung: kein eigener Erzeuger, wenig Wartung. Anschlusskosten und Preisbindung lohnen den genauen Blick.

Für schwierige Altbauten

Pellets / Biomasse

Eine Option, wo hohe Vorlauftemperaturen nötig bleiben. Braucht Lagerraum und Beschickung; Feinstaub und Wartung mitdenken.

Pragmatischer Übergang

Hybrid (Wärmepumpe + Spitzenlast)

Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast, ein zweiter Erzeuger die kalten Tage. Sinnvoll, wenn die Gebäudehülle noch nicht so weit ist.

Erlaubt, aber mit Vorbehalt

Gas- oder Ölheizung

Weiter zulässig – auch Öl, wo kein Gasanschluss besteht oder der Tank noch gut ist. Beide mit steigenden Erneuerbaren-Anteilen (Bio-Treppe) und steigendem CO₂-Preis: kurzfristig günstig, langfristig meist das größte Kostenrisiko. Genau durchrechnen.

Aus der Praxis

So sieht das im Bestand aus.

Außeneinheit einer Luft-Wärmepumpe an einem Mehrfamilienhaus
Luft-Wärmepumpe: Außeneinheit am Mehrfamilienhaus.
Fernwärme-Übergabestation im Keller
Fernwärme-Übergabestation im Keller.
Pelletkessel mit Pufferspeicher im Heizraum
Pelletkessel – Holzwärme mit Pufferspeicher.
Mobile Übergangsheizung vor einem Gebäude während des Heizungstauschs
Übergangsheizung: hält den Betrieb während des Heizungstauschs aufrecht.

Quelle: eigene Aufnahmen

Worauf es ankommt

Die Entscheidung hängt am Gebäude – nicht am Trend.

  • Zustand der Gebäudehülle und die nötige Vorlauftemperatur.
  • Vorhandene Heizflächen – große Heizkörper oder Fußbodenheizung sind wärmepumpenfreundlich.
  • Platz und Standort – Wärmepumpe außen, Erdbohrung, Pelletlager.
  • Fernwärme im Ort verfügbar?
  • Förderung – die BEG unterscheidet deutlich je nach System und Konstellation.
  • Betriebskosten über 15–20 Jahre – dazu steigen der CO₂-Preis und der geforderte Erneuerbaren-Anteil (Bio-Treppe).
  • In der WEG: Beschlussfähigkeit und Umlage.
In der Eigentümergemeinschaft

Erst die Struktur, dann das Gerät.

Im Mehrfamilienhaus hängt die Wahl auch an der Verteilung: Gibt es einzelne Gasetagenheizungen, ist oft zuerst die Frage der Zentralisierung zu klären, bevor eine gemeinsame Wärmepumpe oder Fernwärme möglich wird. Wir vergleichen die Varianten herstellerunabhängig – Kosten, Nutzen, Förderung und Betriebskosten über die Jahre – und bereiten daraus eine Entscheidungsgrundlage für die Versammlung auf.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Muss ich jetzt auf 65 % erneuerbar umstellen?
Nein – die unmittelbare 65-%-Pflicht ist ausgesetzt. Mit dem GModG gilt ein stufenweiser Anstieg (Bio-Treppe) bis 2040; die Wahl ist zunächst technologieoffen.
Geht eine Wärmepumpe auch im Altbau?
Meist ja. Entscheidend sind ausreichende Heizflächen und eine niedrige Vorlauftemperatur – oft genügt ein hydraulischer Abgleich, manchmal einzelne größere Heizkörper.
Ist eine Gas- oder Ölheizung noch erlaubt?
Ja, beide weiter zulässig – aber mit steigenden Erneuerbaren-Anteilen und CO₂-Preisen. Kurzfristig günstig, über die Jahre meist die teuerste Variante.
Wie finde ich die richtige Heizung?
Über einen ehrlichen Variantenvergleich für Ihr konkretes Gebäude: Technik, Förderung und Betriebskosten über die Jahre nebeneinandergelegt – statt nach Bauchgefühl oder Trend.

Unsicher, welche Variante die richtige ist?

Wir stellen die passenden Varianten für Ihr Gebäude nebeneinander – herstellerunabhängig, mit Förderung und Betriebskosten über die Jahre. Kontakt →

Unverbindliche Orientierung, Stand 2026. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen (GEG/GModG) sind im Wandel; maßgeblich sind die jeweils geltenden Regelungen und der Einzelfall. Die fachliche Bewertung übernimmt unser Ingenieurteam.