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Heizungsvarianten

Welche Heizung passt zu Ihrem Gebäude?

Wärmepumpe, Fernwärme, Pellets, Hybrid, Gas oder Öl – bei der Heizungswahl zählt vor allem, was sich über die Jahre rechnet. Ein Überblick über die Varianten, worauf es ankommt und wie man die richtige für das eigene Gebäude findet.

Keine sofortige 65-%-Pflicht mehr – entscheiden Sie mit dem Rechenstift.

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, seit 29. Juli 2026 in Kraft) entfällt die unmittelbare Pflicht zu 65 % erneuerbarer Energie; an ihre Stelle tritt ein stufenweiser Anstieg – die „Bio-Treppe" – bis 2040. Die Wahl ist damit technologieoffen, aber nicht beliebig: Künftige CO₂-Kosten und steigende Erneuerbaren-Anteile machen fossile Wärme über die Jahre teuer. Die richtige Frage lautet deshalb nicht „Was muss ich?", sondern „Was rechnet sich für mein Gebäude über 20 Jahre?"

Zahlen im Überblick

Quoten, CO₂-Preis und Wärmekosten.

Mindestanteile klimaneutraler Brennstoffe (GModG)

10 % 15 % 30 % 60 % 2029 2030 2035 2040
Mindestanteil klimaneutraler Brennstoffe – nur für fossile Heizungen, die nach Inkrafttreten neu eingebaut werden. Bestandsanlagen sind nicht betroffen.

CO₂-Preis auf Gas und Öl

25 €45 €55 €55–65 €55–65 €* ETS 2Markt-preis 20212024202520262027ab 2028 * für 2027 vorgesehen, Gesetzgebungsverfahren läuft
CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe (€ je Tonne). 2026 gilt ein Preiskorridor von 55–65 €/t. Für 2027 ist ebenfalls ein Korridor von 55–65 €/t vorgesehen; das Gesetzgebungsverfahren läuft. Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel ETS 2 mit marktbasierter Preisbildung starten (Stand 24.09.2026).

Was eine Kilowattstunde Wärme kostet – im Zeitverlauf

0 4 8 12 16 ct/kWh Wärme 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 Energiekrise 2022 fossil ≈ 2× Vorkrisenniveau Wärmepumpe Erdgas Heizöl Holzpellets
Illustrativ: Jahresmittel je kWh Nutzwärme (Kessel 0,88–0,90 · Pellet 0,85 · Wärmepumpe JAZ 3,5).
Quellen: BDEW/Destatis · Statista/MWV · C.A.R.M.E.N. e.V. – historische Werte, keine Prognose.
Die wichtigsten Varianten

Was infrage kommt.

Standard im Bestand

Luft-Wärmepumpe

Die häufigste Wahl bei der Sanierung. Braucht passende Heizflächen und eine niedrige Vorlauftemperatur – oft genügt dafür ein hydraulischer Abgleich – sowie einen gut geplanten, schallarmen Aufstellort.

Höchste Effizienz

Erd-/Grundwasser-Wärmepumpe

Sehr effizient und leise, benötigt aber eine Erdbohrung oder Kollektorfläche – Aufwand, Platz und Genehmigung sind im Einzelfall zu prüfen.

Wo verfügbar

Fernwärme

Wo ein Netz anliegt, oft die einfachste Lösung: kein eigener Erzeuger, wenig Wartung. Anschlusskosten und Preisbindung lohnen den genauen Blick.

Für schwierige Altbauten

Pellets / Biomasse

Eine Option, wo hohe Vorlauftemperaturen nötig bleiben. Braucht Lagerraum und Beschickung; Feinstaub und Wartung mitdenken.

Pragmatischer Übergang

Hybrid (Wärmepumpe + Spitzenlast)

Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast, ein zweiter Erzeuger die kalten Tage. Sinnvoll, wenn die Gebäudehülle noch nicht so weit ist.

Erlaubt, aber mit Vorbehalt

Gas- oder Ölheizung

Weiter zulässig – auch Öl, wo kein Gasanschluss besteht oder der Tank noch gut ist. Beide mit steigenden Erneuerbaren-Anteilen (Bio-Treppe) und künftigen CO₂-Kosten: kurzfristig günstig, langfristig meist das größte Kostenrisiko. Genau durchrechnen.

Aus der Praxis

So sieht das im Bestand aus.

Außeneinheit einer Luft-Wärmepumpe an einem Mehrfamilienhaus
Luft-Wärmepumpe: Außeneinheit am Mehrfamilienhaus.
Fernwärme-Übergabestation im Keller
Fernwärme-Übergabestation im Keller.
Pelletkessel mit Pufferspeicher im Heizraum
Pelletkessel – Holzwärme mit Pufferspeicher.
Mobile Übergangsheizung vor einem Gebäude während des Heizungstauschs
Übergangsheizung: hält den Betrieb während des Heizungstauschs aufrecht.

Quelle: eigene Aufnahmen

Worauf es ankommt

Die Entscheidung hängt am Gebäude – nicht am Trend.

  • Zustand der Gebäudehülle und die nötige Vorlauftemperatur.
  • Vorhandene Heizflächen – große Heizkörper oder Fußbodenheizung sind wärmepumpenfreundlich.
  • Platz und Standort – Wärmepumpe außen, Erdbohrung, Pelletlager.
  • Fernwärme im Ort verfügbar?
  • Förderung – die BEG unterscheidet deutlich je nach System und Konstellation.
  • Betriebskosten über 15–20 Jahre – dazu kommen künftige CO₂-Kosten und der steigende Erneuerbaren-Anteil (Bio-Treppe).
  • In der WEG: Beschlussfähigkeit und Umlage.
In der Eigentümergemeinschaft

Erst die Struktur, dann das Gerät.

Im Mehrfamilienhaus hängt die Wahl auch an der Verteilung: Gibt es einzelne Gasetagenheizungen, ist oft zuerst die Frage der Zentralisierung zu klären, bevor eine gemeinsame Wärmepumpe oder Fernwärme möglich wird. Wir vergleichen die Varianten herstellerunabhängig – Kosten, Nutzen, Förderung und Betriebskosten über die Jahre – und bereiten daraus eine Entscheidungsgrundlage für die Versammlung auf.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Muss ich jetzt auf 65 % erneuerbar umstellen?
Nein – die unmittelbare 65-%-Pflicht ist entfallen. Mit dem GModG gilt ein stufenweiser Anstieg (Bio-Treppe) bis 2040; die Wahl ist zunächst technologieoffen.
Geht eine Wärmepumpe auch im Altbau?
Meist ja. Entscheidend sind ausreichende Heizflächen und eine niedrige Vorlauftemperatur – oft genügt ein hydraulischer Abgleich, manchmal einzelne größere Heizkörper.
Ist eine Gas- oder Ölheizung noch erlaubt?
Ja, beide weiter zulässig – aber mit steigenden Erneuerbaren-Anteilen und CO₂-Preisen. Kurzfristig günstig, über die Jahre meist die teuerste Variante.
Wie finde ich die richtige Heizung?
Über einen ehrlichen Variantenvergleich für Ihr konkretes Gebäude: Technik, Förderung und Betriebskosten über die Jahre nebeneinandergelegt – statt nach Bauchgefühl oder Trend.

Unsicher, welche Variante die richtige ist?

Wir stellen die passenden Varianten für Ihr Gebäude nebeneinander – herstellerunabhängig, mit Förderung und Betriebskosten über die Jahre. Kontakt →

Unverbindliche Orientierung, Stand 2026. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen (GEG/GModG) sind im Wandel; maßgeblich sind die jeweils geltenden Regelungen und der Einzelfall. Die fachliche Bewertung übernimmt unser Büro.