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Pflichten-Radar · Nichtwohngebäude

Drei Pflichten, eine Minute: Wo steht Ihr Gebäude?

Sanierungspflicht (MEPS), Gebäudeautomation, Solarpflicht – dieser Radar gibt je Gebäude eine erste Einordnung. Grundlage sind die amtlichen Vergleichswerte für Nichtwohngebäude. Die fachliche Bewertung übernimmt unser Sanierungspflicht-Check.

Gebäude

Sanierungspflicht (MEPS)

Heizung + Warmwasser, aus der Abrechnung – am besten Schnitt aus 2–3 Jahren.

Gebäudeautomation

Typenschild; bei mehreren Anlagen zählt die größte Einzelanlage (Heizung oder Klima) – nicht die Summe.

Solarpflicht

Ihre Einordnung

① Sanierungspflicht (MEPS)

Ihr spezifischer Wärmeverbrauch130 kWh/m²·a
Amtlicher Vergleichswert Ihrer Nutzung69 kWh/m²·a

② Gebäudeautomation

③ Solarpflicht

Belastbar prüfen lassen → Sanierungspflicht-Check

Unverbindliche, vorläufige Orientierung. MEPS-Einordnung anhand der amtlichen Vergleichswerte für Nichtwohngebäude (Bekanntmachung vom 15.04.2021), vereinfacht: zentrale Warmwasserbereitung, ohne Kühl-/Befeuchtungszuschläge, Größenanpassung näherungsweise, Verbrauch nicht witterungsbereinigt. Die deutschen MEPS-Schwellenwerte werden erst mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz festgelegt – maßgeblich sind Gesetz und Einzelfallprüfung. Gebäudeautomation: Pflicht > 290 kW seit 2025, > 70 kW ab 2030 (Planung durch Fachpartner). Die Ampel-Schwellen (unter/über Vergleichswert bzw. +40 %) sind eine Orientierungs-Heuristik – der Vergleichswert entspricht etwa dem Bestandsdurchschnitt. Solarpflicht: Bestand ab 500 m² Nutzfläche (hier vereinfacht mit der Nettogrundfläche angesetzt) bei Dacharbeiten/größerer Renovierung; in Baden-Württemberg gilt die PV-Pflicht bei grundlegender Dachsanierung bereits ab 20 m² zusammenhängender geeigneter Dachfläche – unabhängig von der Gebäudegröße.

So rechnet der Radar (Methodik)

Grundlage sind die Teilenergiekennwerte (TEK) aus der amtlichen Bekanntmachung vom 15.04.2021 – dieselbe Systematik, nach der der Vergleichsbalken auf jedem Energieausweis für Nichtwohngebäude entsteht. Jede Gebäudekategorie hat dort Referenzwerte je Gewerk (kWh je m² Nettogrundfläche und Jahr).

Vergleichswert Wärme = TEK Heizung × Größenfaktor + TEK Warmwasser. Der Größenfaktor gleicht aus, dass kleinere Gebäude mehr Hüllfläche je m² haben (amtlich 1,46 bei ≤ 500 m², Bezugsgröße 5.000 m²; Zwischenstufen näherungsweise).

Beispiel Büro, 2.000 m²: 49,0 × 1,25 + 8,1 ≈ 69 kWh/m²·a. Liegt Ihr Verbrauch bei 130, ergibt das Faktor 1,9 gegenüber dem Bestandsdurchschnitt – ein plausibler Kandidat für die schlechtesten 16 %.

Ampel-Schwellen (Heuristik): unter dem Vergleichswert = grün · bis +40 % = Graubereich · darüber = voraussichtlich betroffen. Größenfaktor-Näherung und fehlende Witterungsbereinigung wirken beide mildernd – der Radar alarmiert eher zu wenig als zu viel.